Weinanbau in Italien

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Weinanbau in Italien

Mit einem Jahreserzeugnis von beinahe 55 Millionen Hektolitern Wein ist Italien einer der größten Weinproduzenten überhaupt. In diesem Artikel erläutern wir den Einfluss der italienischen Klimazonen auf den Weinbau, die Rolle von Wein im italienischen Alltag, die verschiedenen Weine der Regionen und wie man bei all dem Wein den Überblick über die Qualität behält.

Zahlen und Fakten

830.000 Hektar Land ist in Italien allein für den Weinbau reserviert – das ist eine Fläche, die größer ist, als das gesamte Ruhrgebiet! Obwohl vom produzierten Wein in großer Zahl ins Ausland exportiert wird, lieben auch Italiens Einwohner den Wein: 50 Liter trinken Italiener durchschnittlich pro Kopf im Jahr. Im Vatikan trinkt man übrigens noch mehr, dort liegt der durchschnittliche pro-Kopf-Verbrauch bei 60 Litern.

Qualitätsstufen

Um 2009 wurde in Italien das Weinbaurecht reformiert, um eine einheitlichere Reglung zur Qualitätssicherung bei Wein zu gewährleisten. Um die Qualität der Weine anzuzeigen, gibt es verschiedene Auszeichnungen, die mit streng kontrollierten Standards verbunden sind.

  • IGT: Diese Abkürzung steht für „Indicazione Geografica Tipica“ und bedeutet, dass das Produkt typisch für diese Region ist.
  • DOC: Dies ist eine Abkürzung für „Denominazione di origine controllata“, also für eine regionale Herkunft, die einer Kontrolle unterliegt. Bei Wein muss dafür die Rebe aus der ausgezeichneten Region stammen.
  • DOCG: Weine die mit „Denominazione di origine controllata e grantita“ ausgezeichnet sind, unterliegen noch strengeren Auflagen als DOC Weine. Bei diesen Weinen müssen nicht nur die Trauben aus der Region kommen, die Weine dürfen auch nur in kleinen Gebinden transportiert und ausschließlich in der Region abgefüllt werden.

Klimazonen und Geographie

Der Weinbau in Italien fällt so vielfältig aus, da die italienische Landschaft von mehreren, teils stark unterschiedlichen Klimazonen profitiert. Auch der Boden (Weinkenner sprechen von ‚Terroir‘), die Lage zum Meer und die unterschiedlichen Luftverhältnisse der verschiedenen Regionen beeinflussen den Weinbau und bringen ganz unterschiedliche Weine hervor – ein Chardonnay aus Norditalien schmeckt so gänzlich anders als einer, der auf Sizilien angebaut wird. So haben die italienischen Regionen ihre eigenen besonderen Weine kultiviert, die im Folgenden näher vorgestellt werden sollen.

  • Norditalien (oder Oberitalien): Zu diesem Teil Italiens gehören die Regionen Aostatal, Piemont, Lombardei, Ligurien und Friaul-Julisch Venetien, sowie Venetien, Trentino-Südtirol und Emilia-Romagna. Hier entstehen namhafte Weine wie der Barolo und Barbaresco (Piemont), der Dessertwein Moscato di Scanzo (Lombardei), Amarone della Valpolicella (Venetien), Prosecco (Friaul) und Lambrusco (Emilia-Romagna). Das Klima Norditaliens zeichnet sich durch frische Bergluft und mildes Klima aus, dazu kommen felsige Böden. Das bildet die perfekte Grundlage für vitale, trockene Weißweine.
  • Mittelitalien: Dieser Teil Italiens umfasst die Regionen Toskana, Umbrien, Marken und Latium. Die Toskana ist neben dem Piemont das berühmteste Weinbaugebiet innerhalb Italiens. In der Toskana werden vornehmlich die Rebsorten Sangiovese und Brunello angebaut. Die Sangiovese-Traube ist dabei besonders wichtig, denn diese muss zu mindestens drei Vierteln im Chianti vorhanden sein. Nur entsprechende Weine aus genau abgesteckten Gebieten der Toskana dürfen sich dabei Chianti nennen.
  • Süditalien: Weil dieser Teil Italiens viele verschiedene Terroirs bietet, ist auch die Weinauswahl dementsprechend vielfältig. Die Weine, die im Süden angebaut werden profitieren außerdem von den Vulkanen in der Nähe – der Vesuv und der Ätna sorgen für besonders mineralhaltige Böden, auf denen Weißweine hervorragend gedeihen. Aber auch rote Rebsorten wie der Montepulciano aber auch Merlot und der Cabernet Sauvignon werden im Süden Italiens angebaut. Bekannte DOC-Weine aus der Gegend sind Greco di Bianco und Lamezia (Kalabrien) sowie Zibibbo, Grillo, Inzolia und Marsala (Sizilien).

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Kleiner Guide für italienische Wein-Etiketten

Bianco/Rosso/Rosato: Weiß/Rot/Rosé

Sapore: Geschmack
Amabile: Lieblich
Dolce: Süß
Aspro: Herb
Secco: Trocken

Uva: Traube
Vitigno: Rebsorte
Passito: Aus getrockneten Trauben hergestellter Wein
Spumante: Schaumwein
Vino Tipico: Landwein

Cantina: Weinkellerei
Viticoltore: Winzer
Imbottigliata di… : Durch … angefüllt


Bilder:
https://pixabay.com/de/weinanbau-weinberg-weinstock-hang-973051/
https://pixabay.com/de/weinanbau-traube-weintraube-972891/

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Um einen Wein wirklich verstehen zu können, braucht es mehr als das Wissen über die Rebsorte und die Herstellung.

Hier möchte ich die Fragen beantworten, die sich mir selbst im Laufe meiner Wein-Trinker-Karriere gestellt habe.