Das kleine Rebsorten-ABC

rebsorten1

Rebsorten A-Z

Farbe, Geschmack, Verwendung – das sind nur einige wenige Kategorien, auf deren Basis Rebsorten unterschieden werden können. Hier bekommen Sie einen Überblick über das, was Sie auf den Weinbergen dieser Welt finden könnten und was aus den bekannten Trauben gekeltert werden kann.

Arneis

Aus dem Piemont im Norden Italiens stammt die Rebsorte Arneis, aus der typischerweise hochwertige Weißweine hergestellt werden. Wein aus Arneis-Trauben ist mild, frisch und sehr aromatisch. Die wichtigsten Vertreter sind die trockenen Weine Roero Arneis und Langhe Arneis, die beide mit dem DOC-Siegel ausgezeichnet wurden.

Auxerrois

Auch beim Weine aus Auxerrois-Trauben handelt es sich um Weißweine. Die Rebsorte wird besonders in Frankreich angebaut. In kleineren Mengen findet man sie auch an der Loire und in Luxemburg. Häufig wird Auxerrois mit Pinot Blanc verschnitten. Der weiße Wein enthält wenig Säure und hat ein angenehmes Bouquet mit milden Aromen.

Blauer Portugieser

Aus Portugal stammend, wird diese Rebsorte heute vor allem in Österreich angebaut. Von dort aus verbreitete sich die Rebe in östliche Richtung. Heute wird der Blaue Portugieser besonders in Deutschland angebaut. In kleinen Mengen findet man ihn auch in Frankreich. Nach dem Spätburgunder ist der Blaue Portugieser in Deutschland die am meisten verwendete Rebsorte für Rotwein. Der Wein ist im Bouquet zart und fruchtig im Geschmack.

Blaufränkisch

Bereits zu Zeiten Karls des Großen war diese Rebsorte bekannt und sollte gefördert werden. Im 10. Jahrhundert gelangte sie schließlich nach Österreich und wird heute bevorzugt dort angebaut. Rotwein aus den Trauben ist besonders dunkel mit violettem Glanz. Der rubinrote Wein hat eine gute Struktur und eine feine Säure.

Cabernet Franc

Ein Verwandter des Cabernet Sauvignon ist diese rote Rebsorte, die häufig Teil von Bordeaux-Verschnitten wird. Trauben der Rebsorte Cabernet Franc sind besonders gut für kühlere Regionen geeignet, wird jedoch trotzdem besonders im Südwesten Frankreichs und in Italien, Argentinien, Australien, Kalifornien und Neuseeland angebaut. Ihr Wein ist vergleichsweise hell und hat einen geringen Tannin-Gehalt. Der Wein schmeckt frisch und sein Bouquet enthält pflanzliche Noten.

Cabernet Sauvignon

Der weitaus häufiger angebaute Cabernet Sauvignon ist eine der bedeutendsten Rebsorten für klassische Rotweine. Sie Sorte hat sich aus einer Wildkreuzung von Cabernet Franc und Sauvignon Blanc entwickelt und eignet sich besonders gut für den Ausbau in Barrique-Fässern. Geschmacklich ist ein Cabernet Sauvignon ebenso vielfältig wie seine Elternteile und kann sowohl süße als auch pflanzliche Noten haben.

Chardonnay

Chardonnay ist eine der bekanntesten weißen Rebsorten der Welt. Besonders in der Champagne und im Burgund wird die französische Rebsorte angebaut, doch auch außerhalb Europas erfreut sich der Chardonnay größter Beliebtheit. Die Rebsorte bringt unter den verschiedensten klimatischen Bedingungen hohe Erträge. Der Duft eines Chardonnay-Weins ist äußerst vielseitig und kann Noten von Himbeere, Vanille, Rose und sogar Tabak enthalten. Auch geschmacklich zeigt sich diese Vielfalt.

Chenin Blanc

Diese Rebsorte ist besonders in Nord-und Südamerika, sowie in Südafrika verbreitet. Sie stammt aus dem französischen Anjou und ist seit dem 9. Jahrhundert bekannt. Die Weißweine aus Chenin Blanc sind meist edelsüß und besonders langlebig. Sie verfügen über eine ausgeprägte Säure, weshalb die Trauben auch häufig für die Herstellung von Schaumweinen verwendet werden.

Chianti

Chianti wird vorwiegend aus Sangiovese-Trauben hergestellt. Der Wein aus der Region zwischen Florenz und Siena hat eine geschützte Herkunftsbezeichnung und ist einer der beliebtesten italienischen Rotweine. Ein echter Chianti darf nur um bestimmte Rebsorten ergänzt werden, die perfekt miteinander harmonieren. Sangiovese-Trauben liefern intensiven Geschmack, Säure und Struktur, während Canaiolo zur Milderung der Säure beiträgt. Der Verschnitt mit weiteren Rebsorten sorgt dafür, dass jeder Chianti ein wenig anders schmeckt.

Corvina

Um die DOC-Rotweine Valpolicella und Bardolino herzustellen, wird bevorzugt die Rebsorte Corvina genutzt. Angebaut wird sie im Nordosten Italiens. Die Rebsorte Corvina erzeugt leichte und fruchtige Rotweine, die einen angenehmen Duft von Mandeln verströmen.

Grenache

Die Rebsorte Grenache liefert feurige und recht helle Rotweine, mit viel Charakter. Da die Rebe widerstandsfähig gegenüber Hitze und Trockenheit ist, wird sie besonders in Südeuropa, Kalifornien und Australien angebaut.

Grüner Veltliner

Grüner Veltliner ist die urtypische Rebsorte Österreichs. Aus den Trauben werden normalerweise trockene Weißweine gekeltert, die sowohl jung genossen, als auch weiter ausgebaut werden können. Die unterschiedlichen Böden Österreichs begünstigen dabei die Entwicklung von Trauben mit diversen Geschmacksnuancen. Dadurch gibt es heute einige Varianten des Grünen Veltliner.

rebsorten2

Lambrusco

Der traditionsreiche italienische Wein wird aus der gleichnamigen Rebsorte gewonnen und hat eine lange Geschichte. Der trockene Rotwein mit ausgeprägtem Charakter stammt aus der Emilia-Romagna. In den 1960er und 70er Jahren wurde Lambrusco in Massen hergestellt und seine Qualität hat entsprechend gelitten. Seit einigen Jahren hat der toskanische Rotwein seinen guten Ruf jedoch zurückerobert und ist bei Weinkennern wieder besonders beliebt.

Merlot

Dieser ausgezeichnete Rotwein stammt aus Frankreich und hat dort eine lange Geschichte. In verschiedenen Regionen des Landes ist der Merlot bekannt und wird dort angebaut. Die frühreife, dunkle Traube stellt keine hohen Ansprüche an den Weinberg. Aus den Trauben lassen sich fruchtige, körperreiche Weine herstellen, die über eine angenehme Säure verfügen. Zwar wird Merlot auf der anzen Welt angebaut, Frankreich, Italien und die Schweiz sind jedoch die führenden Produzenten.

Monastrell

Die roten Trauben sind typisch für Spanien. Besonders die Anbaugebiete Rioja, Levantes, Aragonien und Katalonien sind bekannt für die Rebsorte. Aus den Trauben wird hellroter, alkohohlreicher Wein hergestellt, gerne auch Roséweine.

Muscadet

Der Muscadet ist ein besonders berühmter Franzose aus dem unteren Gebiet der Loire. In dieser speziellen Region trägt die Rebsorte „Melone de Bourgogne“ den Namen Muscadet und der aus ihr gekelterte Wein wird als weißes Pendant zum Beaujolais aus dem Burgund bezeichnet. Muscadet enthält meist wenig Säure und Alkohol und ist besonders spritzig.

Muskateller

Hier ist die Rede von der ältesten Rebsorte der Welt. Der Muskateller stammt ursprünglich aus Vorderasien und wurde von den Phöniziern und den Griechen nach Europa gebracht. Nach Deutschland und Österreich kam er zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert. Ihren Namen hat die Rebsorte vom typisch traubigen Muskatton, den jeder Muskateller aufweist. Der Weißwein ist Teil vieler süßer und alkoholreicher Weine.

Müller-Thurgau

Benannt wurde diese Rebsorte nach ihrem Züchter und Entdecker Dr. Hermann Müller aus dem schweizerischen Kanton Thurgau. Es handelt sich bei den Trauben um eine Kreuzung von Riesling und einer weiteren Rebsorte, die bisher nicht endgültig geklärt werden konnte. Nichtsdestotrotz lassen sich Müller-Thurgau Reben heute auf der ganzen Welt finden. In Deutschland ist sie mit einem Anteil von 25 Prozent die am häufigsten angebaute Rebsorte. Die meist jungen Weine sind säurearm, frisch und fruchtig und werden normalerweise trocken ausgebaut.

Nebbiolo

Die hochwertige italienische Rebsorte ist seit dem 14. Jahrhundert bekannt. Ihr Name stammt vom italienischen Wort „nebbia“ für Nebel und bezieht sich darauf, dass die Trauben am besten dort reifen, wo es im Herbst milde Frühnebel gibt. Angebaut wird die Rebsorte fast ausschließlich im Piemont und in der Lombardei. Aus ihr wird dann berühmter Barolo und Barbaresco gekeltert. Die Weine haben stets eine ausgeprägte Säure und sind von granat-bis dunkelroter Farbe.

Nobile di Montepulciano

Der wohl berühmteste Wein aus der Toskana ist der Vino Nobile di Montepulciano. Er ist einer der Weine aus der Toskana, die zu mindestens 70 % aus Sangiovese-Trauben hergestellt werden. Von allen Weinen der Region rund um Montepulciano gilt der „Nobile“ als der eleganteste und ruhigste der Rotweine und wird deshalb von Gourmets besonders geschätzt. Der Vino Nobile di Montepulciano ist heute einer der edelsten Weine Italiens und wird von Winzern der Region liebevoll gehegt und gepflegt, damit es dabei bleibt.

Petite Sirah

Die rote Rebsorte wird häufig in Kalifornien, Brasilien, Mexiko und Argentinien angebaut. Mit der bekannteren Sorte „Syrah“ ist sie wahrscheinlich nicht verwandt.

Pinot Gris

Der Pinot Gris ist in Deutschland unter dem Namen Grauburgunder, in Italien als Pinot Grigio bekannt. Der genaue Ursprung der Rebsorte ist nicht bekannt, sicher ist allerdings, dass es sich beim Pinot Gris um helle, grau anmutende Mutation des Pinot Noir handelt. Weine aus diesen Trauben können auf diverse Arten ausgebaut werden. Der Geschmack des Pinot Gris ist durchaus variabel.

Pinot Noir

In Deutschland ist der Pinot Noir unter den Namen Blau-und Spätburgunder bekannt. Mindestens seit dem 13. Jahrhundert gibt es ihn, doch seine weite Verbreitung lässt eher darauf schließen, dass er noch älter ist. Obwohl er im Glas beinahe dünn und farblos wirkt, ist der Pinot Noir einer der edelsten und elegantesten Rotweine.

Primitivo

Seinen Ursprung hat der Primitivo – anders als man annehmen könnte – in Kroatien. In Italien ist er erst seit dem Ende des 18. Jahrhunderts bekannt. Sein Name weist darauf hin, dass die Trauben früh reifen. In den USA ist die Rebsorte als „Zinfandel“ bekannt und wird besonders in Kalifornien angebaut. Ihr Ursprung ist und bleibt aber der europäische Kontinent und erst der Import der Trauben in der Mitte des 19 Jahrhunderts hat den Anbau dort bis heute möglich gemacht.

Riesling

Der Riesling ist eine der bekanntesten Rebsorten Deutschlands und gilt als einer der edelsten Rebsorten der Welt. Es gibt zahlreiche Varianten des Riesling, die daraus resultieren, dass die Trauben ihr Anbaugebiet deutlich widerspiegeln. Nachdem der Riesling in Johannisburg 1775 vermeintlich zu spät geerntet wurde, weiß man um die Qualität der Rebsorte und schätzt auch heute Riesling-Spätlesen. Typisch für Riesling ist sein intensiver Duft nach Trauben, den kaum ein anderer Wein so stark verströmt.

Sauvignon Blanc

Sauvignon Blanc lässt sich beinahe überall anbauen, denn die Rebsorte ist weitgehend klima- und bodenunabhängig. Auf der ganzen Welt schätzt man den Sauvignon Blanc für sein harmonisches Verhältnis von Frucht zu Säure und das breite Aromaspektrum. Die Qualität des Weißweins ist in den meisten Anbaugebieten gleich hoch – die besten Weine dieser Rebsorte stammen allerdings von der Loire.

Shiraz

Unter Shiraz versteht man heute die in Australien und Südafrika angebaute Rebsorte, die in Europa und den USA als Syrah bekannt ist. Die Sorten sind wahrscheinlich identisch und unterscheiden sich nur aufgrund ihres Namens und der Anbauregion. Aus den australischen Trauben werden meist fruchtbetonte, dunkle Rotweine gekeltert. Generell gelten australische Weine als besonders schwer und körperreich, was im Wesentlichen auf die klimatischen Bedingungen zurückzuführen ist. Shiraz ist bekannt für Weine mit weichen Noten von Vanille, Schokolade und Kokos.

Syrah

Seinen Ursprung hat der Syrah in Persien, genauer gesagt im heutigen Iran. Er ist identisch mit dem australischen und südafrikanischen Shiraz. In Europa und den USA ist er allerdings als Syrah bekannt und zeichnet sich aufgrund anderer klimatischer Bedingungen durch ganz andere Eigenschaften aus. Französischer Syrah ist meist schlank und kann noch lange in der Flasche nachreifen.

Tempranillo

Dies ist die typische Rebsorte Spaniens. Auch ihren Ursprung haben die roten Trauben auf der iberischen Halbinsel – sie sind durch Wildkreuzungen entstanden. Als junger Wein dominieren Noten von Himbeeren, Waldbeeren und Kirschen. Je nach Art des Ausbaus unterscheiden sich die älteren Sorten sehr stark. Bei Tempranillo wird außerdem gern mit Holznoten gespielt, die mal mehr und mal weniger intensiv ausfallen können.

Traminer

Sicher ist, dass der Traminer zu den ältesten Rebsorten der Welt gehört. Wo genau sein Ursprung ist, ist jedoch ungeklärt. Angebaut werden die Trauben hauptsächlich in Italien und Frankreich. Die weißen Trauben mit leicht rötlichem Schimmer erzeugen Weine von grün- oder goldgelber Farbe. Traminer haben meist einen würzigen und sehr aromatischen Duft und Geschmack und verfügen über Noten von Marzipan und Rosen.

Weißburgunder

Bekannt ist diese Rebsorte auch unter dem Namen Pinot Blanc. Sie ist eine der Mutationen des Pinot Noir und hat einen vollkommen anderen Geschmack als die äußerlich ähnlichen Sorten Chardonnay und Auxerrois. Weißburgunder ist cremig, mild und verströmt den Duft gelber Früchte und weißer Blüten. Auf fetten Boden am Südhang wächst Weißburgunder am besten. Er wird vornehmlich in Mitteleuropa angebaut und spielt im Süden und in Übersee kaum eine Rolle.

Zibibbo

Seinen Ursprung hat die weiße Traube wahrscheinlich in Ägypten. Der aus Zibibbo gekelterte Wein ist süß und reich an Alkohol. Auf Sizilien werden die Trauben auch gern als Tafeltrauben angebaut. Die Rebsorte ist vor allem in wärmeren Regionen wie Australien, Portugal, Spanien und Chile weit verbreitet, da sie dort besonders hohe Erträge bringt.

Zinfandel

Dies ist die typische Rebsorte der USA. Über Italien ist sie aus Kroatien oder Ungarn nach Amerika gekommen und wird seit Beginn des 19. Jahrhunderts dort angebaut. Die Trauben eignen sich hervorragend für kräftige, trockene Rotweine und können auch als fruchtiger Rosé gekeltert werden.

Zweigelt

Die nach ihrem Entwickler benannte Kreuzung ist die wichtigste Rebsorte Österreichs. Die roten Trauben stellen nur wenige Bedingungen an den Boden ihres Weinbergs und die aus ihnen gekelterten Weine weisen ein intensives Sauerkirsch-Aroma auf. Der Duft nach Trauben ähnelt dem des Rieslings und gilt als eine Besonderheit der Rebsorte.


Bilder:
https://pixabay.com/de/trauben-weinlese-herbst-952426/
https://pixabay.com/de/wein-weinlese-weinbauer-winzer-92506/
https://pixabay.com/de/trauben-weinlese-herbst-952426/

ich

Um einen Wein wirklich verstehen zu können, braucht es mehr als das Wissen über die Rebsorte und die Herstellung.

Hier möchte ich die Fragen beantworten, die sich mir selbst im Laufe meiner Wein-Trinker-Karriere gestellt habe.