Weine richtig öffnen – Technik und Zeitpunkt

Ein gutes Glas Wein schmeckt zwar auch allein – schöner ist es aber doch zumeist, den edlen Tropfen zusammen mit anderen Menschen zu genießen. Nun möchte man sich dabei aber natürlich nicht blamieren – umso wichtiger ist es daher, dass man sich gut mit den richtigen Techniken und den korrekten Zeitpunkten für das Öffnen verschiedener Weine vertraut macht. Daher möchte ich Ihnen diese im Nachhinein gerne vorstellen – für einen entspannten Abend mit Wein, Freunden ohne Schweiß auf der Stirn brauchen Sie also einfach nur weiterzulesen!

Weinflaschen öffnen – mit den richtigen Kniffen kein Kunststück!

Mit einem Schraubverschluss wird sich wohl niemand lange abmühen. Einem Korken dagegen sollte man besser mit einem gewissen „Know-How“ entgegentreten – aber auch bei dieser Art des Flaschenverschlusses handelt es sich in der Regel nicht um das sprichwörtliche „Buch mit sieben Siegeln“. Bevor man sich dem Korken zuwendet, muss allerdings zunächst dessen Stanniolhülse entfernt werden. Diese sollte unterhalb, am besten rund einen Zentimeter unter der Öffnung der Flasche, abgeschnitten werden. So wird sichergestellt, dass der Wein beim Einschenken nicht mit der Schnittkante in Berührung kommt, da diese gesundheitsschädliche Schwermetalle wie Zink oder Blei enthalten kann.

Ebenfalls kann es, insbesondere dann, wenn die Weinfalsche in einem Keller gelagert wurde oder allgemein Feuchtigkeit ausgesetzt war, zur Schimmelbildung unter der Hülse, beziehungsweise am Korken selber, kommen. Dieser ist jedoch nicht gesundheitsgefährdend und kann einfach mit etwas Küchenpapier entfernt werden. Aber Achtung: einen schimmligen Korken sollte man nicht nochmals zum erneuten Verschluss der Weinflasche verwenden. Handelt es sich um geringen Schimmelbefall, so kann der betroffene Teil entfernt und dieser weiterverwendet werden, ist der gesamte Korken betroffen, sollte am besten ein anderer Korken oder ein spezieller Flaschenverschluss für Weinflaschen verwendet werden.

SOS, der Korken bricht – sollte es einmal dazu kommen, dass der Korken beim Versuch, die Weinflasche zu öffnen, in zwei Teile zerbricht, so kann der abgebrochene Teil einfach ein durch erneutes Ansetzen des Korkenziehers entfernt werden. Um dabei angefallenen „Korkkrümeln“ in der Flasche Herr zu werden, sollte der Wein schnellstmöglich durch ein feinmaschiges Sieb gegossen und anschließend in die Flasche zurück gefüllt werden.

Wichtig: als Gastgeber sollte man den Korken stets einer Geruchsprobe unterziehen. Können Sie keinen speziellen Geruch bemerken oder riecht der Korken schlicht nach Wein, ist alles so, wie es sein sollte. Fällt Ihnen jedoch ein starker Eigengeruch des Korkens auf, dann handelt es sich in diesem Fall um einen sogenannten „kranken Korken“ und der Wein muss leider entsorgt werden. Gerade, wenn man Gäste bewirtet, ist daher dazu zu raten, bei Weinen mit Naturkorken stets mehrere Flaschen vorrätig zu halten, um einen Ausfall durch einen „kranken Korken“ auffangen zu können.

Auch das Öffnen von Sekt und Co. bringt für Unerfahrene einige Stolpersteine mit sich. Korrekterweise öffnet man entsprechende Flaschen, indem man zunächst die Staniolhülse entfernt und im Anschluss daran den Drahtverschluss (die sogenannte „Agraffe“) vorsichtig abdreht. Dann die Flasche schräg vom Körper weg halten, den Daumen auf dem Korken lassen und die Flasche vorsichtig drehen, bis der Korken sich löst.

Der richtige Zeitpunkt

Damit ein Wein sein Aroma perfekt entfalten kann, muss er erst die richtige Temperatur erlangen. Weißer und Rosé sind hier äußerst unkomplizierte Zeitgenossen: da sie eher kühl getrunken werden, können sie dem Kühlschrank erst kurz vor dem Servieren entnommen und geöffnet werden. Gleiches gilt für Perl- und Schaumweine sowie Champagner, da auch bei diesen keine höhere Trinktemperatur erreicht werden muss.

Bei Rotweinen – man ahnt es wahrscheinlich bereits – sieht das ganz anders aus. Mit einer durchschnittlichen Trinktemperatur von 16 bis 18 °C muss der Rote der Kühlung deutlich früher entnommen sowie auch geöffnet werden, damit seine Aromen genügend Zeit zur Entfaltung finden. Gute Durchschnittsweine sollten daher etwa zwei bis vier Stunden Vorlauf erhalten. Bei „Alltags-Rotweinen“ reicht es hingegen zumeist auch, diese rund eine Stunde zuvor zur Öffnen.

Bei besonders exquisiten Weinen, die unter Umständen nach einer besonderen Handhabung verlangen, ist es anzuraten, die dazu benötigten Informationen vorab beim Weinhändler des Vertrauens einzuholen.