Achtung: So sollten Sie Wein auf keinen Fall lagern!

Wer einen eigenen Haushalt hat, kennt das Problem: es gibt Sachen, die sich immer wieder ansammeln, auch wenn man sein Bestes tut, um dies zu unterbinden. So ist es dann häufig auch bei Wein: man bekommt ihn von Freunden und Verwandten geschenkt, als Gratis-Beigabe zu einer Bestellung oder hat schlicht und einfach selber zu viel eingekauft, um ihn zeitnah verbrauchen zu können.

In diesem Fall ist guter Rat teuer, denn auch im Privathaushalt und mit Alltagsweinen kann man in Punkto Lagerung eine Menge „Schandtaten“ begehen, die Aromen und Qualität des Tropfens deutlich vermindern. Lesen Sie weiter und erfahren Sie, welcher Fehler Sie tunlichst vermeiden sollten!

Wärme, Kälte – was ist die richtige Lager-Temperatur für Wein?

Weine brauchen, um ihr Aroma zu halten, in jedem Fall sachgemäße klimatische Bedingungen. Wichtig ist daher zunächst die richtige Temperatur – diese sollte sich stets zwischen zehn und 15 Grad Celsius bewegen. Aber Achtung: größeren Temperaturschwankungen sollte ein Wein nicht ausgesetzt werden, da sich dies sehr schnell durch Aromaverlust bemerkbar macht. Die zuvor genannten Gradzahlen zeigen es bereits an: Wohnräume sind definitiv keine geeigneten längerfristigen Lagerstätten für Weine. Temperaturen von mehr als 20 Grad sind der „Todesstoß“: durch die Wärme kommt es zu einer beschleunigten Reifung, welche den Geschmack des Tropfens negativ beeinflusst.

Gerade die Küche, die von vielen Leuten für die Aufbewahrung der Flaschen genutzt werden, ist, einerseits durch die deutlich über 15 Grad liegende Durchschnittstemperatur, andererseits durch die ständigen Schwankungen durch das Kochen und Backen, ein für Wein völlig ungeeigneter Ort. Auch sollte man davon absehen, Wein über längere Zeit hinweg starkem Lichteinfall auszusetzen, um seine Qualität nicht zu gefährden. Niemals, wirklich niemals, sollte ein Wein daher in der direkten Sonne stehen.

Generell gilt: ein Keller ist der bestmögliche Aufenthaltsort für Weine, die über längere Zeit hinweg nicht getrunken werden, da hier die besten klimatischen Bedingungen für ihn herrschen.

Eine Ausnahme in Bezug auf die Aufbewahrung in Wohnräumen gibt es jedoch: wird ein Wein nicht mehr als einige Monate lang verwahrt, so kann er in dieser Zeit ruhigen Gewissens in den Kühlschrank gestellt werden.

Wein und Luftfeuchtigkeit

Ein weiterer wichtiger Punkt, den man in Bezug auf die Lagerung von Wein im Blick haben sollte, ist die richtige Luftfeuchtigkeit. Wird Ihr Wein nur eine kurze Lagerzeit (einige Monate) haben, so sind etwa 30 % ausreichend. Soll er jedoch für länger (ein Jahr plus) eingelagert werden, so sollte die Luftfeuchtigkeit in jedem Fall 50 % und bis zu 80 % betragen. Für den Wein selbst spielt die Luftfeuchtigkeit zwar keine Rolle – wohl aber für die Haltbarkeit seines Korkens, welche sich wiederrum auf den Tropfen auswirkt. Ist die Luftfeuchtigkeit zu gering, kann es dazu kommen, dass der Korken austrocknet und sich zusammen zieht, wodurch Luft in die Flasche gelangt, die den Geschmack des Weins verfälscht. Weine mit Schraubverschluss sind in diesem Punkt natürlich pflegeleichter – bei ihnen braucht man aufgrund des nicht vorhandenen Korkens keine Rücksicht auf die Feuchtigkeit in der Luft zu nehmen.

Weitere Hinweise zur Lagerung

Ein Fehler, den viele Menschen bei der Lagerung von Wein im Keller machen ist, ihn nicht aus seinem Karton zu entnehmen. Gerade größere Bestellungen, bei denen mehrere Flaschen im Karton bequem nach Hause geliefert werden, verleiten hierzu, wenn kein Weinregal oder Ähnliches vorhanden ist. Tatsächlich entwickeln Kartons in den meisten Kellern jedoch über die Zeit hinweg einen muffigen Eigengeruch, der über den Korken an den Wein gelangen kann. Deshalb: Weine bitte immer auspacken!

Ein weiterer Knackpunkt: in Kellern finden sich zudem häufig auch alte Farbeimer, Lackdosen und andere stark riechende Sachen aus dem Heimwerker Bereich. Auch hier besteht die gleiche Problematik wie mit dem Karton – deren „Aromen“ finden bei längerfristiger Einlagerung über den Korken Kontakt zum Wein und machen ihn so, im schlimmsten Falle, ungenießbar.

Insgesamt gilt: je hochwertiger der Wein ist, desto empfindsamer ist er auch. Was ein Alltags-Roter noch gelassen hinnimmt, kann für einen edlen, lange gelagerten Tropfen bereits das Ende bedeuten.